01

Die Frage stellt sich fast jeder irgendwann

Du bist mit einer Frau im Bett.

Eigentlich läuft alles.

Und trotzdem schaltet sich irgendwann Dein Kopf ein.

Gefällt ihr das wirklich?

Bin ich gut genug?

Kommt sie überhaupt?

Hat sie schon Bessere gehabt?

Und plötzlich bist Du nicht mehr beim Sex.

Du bist bei einer Art innerem Leistungstest.

Mit Bewertung.

Punktzahl.

Und wahrscheinlich irgendeinem imaginären Vergleichsmann, der angeblich alles besser kann.

Sehr entspannend.

02

Gut im Bett ist kein Talentwettbewerb

Viele Männer glauben, guter Sex hätte vor allem mit Technik zu tun.

Wie lange Du kannst.

Welche Stellung Du kennst.

Was Du mit Deinen Händen machst.

Wie oft sie kommt.

Wie hart.

Wie langsam.

Wie schnell.

Als gäbe es irgendwo eine geheime Liste mit Dingen, die ein Mann beherrschen muss.

Gibt es nicht.

Du kannst technisch noch so viel draufhaben.

Wenn Du dabei überhaupt nicht merkst, was die Frau vor Dir gerade will, bringt Dir das herzlich wenig.

Sex ist kein Programm, das Du einmal lernst und dann bei jeder Frau abspielst.

Zum Glück.

Sonst wäre es irgendwann auch verdammt langweilig.

03

Ja. Sie hatte wahrscheinlich schon andere Männer.

Kommen wir zu dem Gedanken, den viele Männer besonders lieben.

Was, wenn ihr Ex besser war?

Oder irgendein anderer Mann.

Größer.

Ausdauernder.

Erfahrener.

Was auch immer.

Kann sein.

Und?

Du hattest wahrscheinlich auch schon Sex, der richtig gut war.

Und trotzdem liegst Du jetzt mit jemand anderem im Bett.

Menschen vergleichen nicht jede Berührung mit einer alten Excel-Tabelle ihrer Sexualpartner.

Zumindest die meisten nicht.

Und selbst wenn jemand vor Dir etwas besonders gut konnte:

Das bedeutet nicht automatisch, dass Du dagegen antreten musst.

Sex ist kein Finale.

Da bekommt am Ende keiner einen Pokal.

04

Ihr Orgasmus ist nicht Dein Abschlusszeugnis

Ein ganz großes Thema:

Sie muss kommen.

Am besten jedes Mal.

Sonst warst Du offenbar schlecht.

So ungefähr denken erstaunlich viele Männer.

Nur funktioniert ein weiblicher Orgasmus leider nicht wie ein Lichtschalter.

Da spielen verdammt viele Dinge mit rein.

Stimmung.

Kopf.

Stress.

Vertrauen.

Hormone.

Körpergefühl.

Die Situation.

Und manchmal klappt es einfach nicht.

Auch wenn der Sex gut ist.

Wenn Du daraus sofort machst:

Scheiße. Ich hab versagt.

passiert etwas ziemlich Praktisches.

Du wirst nervös.

Sie merkt, dass Du nervös wirst.

Dann entsteht Druck.

Und aus Sex wird plötzlich gemeinsame Projektarbeit mit Zielvorgabe.

Sexy.

05

Frag weniger: „Bin ich gut?“ Und mehr: „Gefällt Dir das?“

Eigentlich wäre es so einfach.

Nicht raten.

Nicht Gedanken lesen.

Nicht versuchen, irgendeine perfekte Performance hinzulegen.

Sondern aufmerksam sein.

Wie reagiert sie?

Wird ihre Atmung schneller?

Kommt sie Dir entgegen?

Zieht sie Dich näher?

Oder wird sie plötzlich still?

Und wenn Du Dir unsicher bist:

Frag.

Nicht alle dreißig Sekunden.

Aber zwischendurch.

Gefällt Dir das?

Härter?

Langsamer?

Soll ich weitermachen?

Das ist nicht unsicher.

Das ist verdammt praktisch.

Denn die Frau vor Dir weiß ziemlich sicher besser, was ihr gefällt, als irgendein Porno oder irgendein Kumpel.

06

Der größte Stimmungskiller sitzt manchmal zwischen Deinen Ohren

Du willst besonders gut sein.

Also denkst Du nach.

Zu viel.

Wie wirke ich?

Halte ich lange genug durch?

Ist meine Erektion hart genug?

Mache ich gerade das Richtige?

Wann soll ich die Stellung wechseln?

Hat sie gerade gestöhnt, weil es geil war oder weil sie nett sein wollte?

Und während Dein Gehirn eine komplette Analyse fährt, soll Dein Körper bitte entspannt Sex haben.

Kann funktionieren.

Muss aber nicht.

Manchmal wäre weniger Denken tatsächlich hilfreicher.

Nicht:

Was muss ich jetzt leisten?

Sondern:

Was fühlt sich gerade gut an?

Für Dich.

Und für sie.

Das reicht erstaunlich oft.

07

Guter Sex heißt nicht, dass alles perfekt läuft

Du rutschst ab.

Ihr stoßt mit den Köpfen zusammen.

Eine Stellung funktioniert überhaupt nicht.

Jemand bekommt einen Krampf.

Es macht ein Geräusch, über das keiner sprechen wollte.

Passiert.

Sex mit echten Menschen ist manchmal elegant.

Und manchmal eben überhaupt nicht.

Wenn Du in solchen Momenten sofort denkst:

Jetzt ist alles ruiniert.

wird es meistens erst richtig komisch.

Wenn beide lachen können?

Noch besser.

Guter Sex ist nicht der Sex, bei dem nichts schiefgeht.

Guter Sex ist oft der, bei dem es völlig egal ist, wenn etwas schiefgeht.

08

Was Frauen wirklich merken

Eine Frau merkt meistens ziemlich schnell, ob Du gerade bei ihr bist.

Oder bei Dir.

Ob Du auf ihre Reaktionen achtest.

Oder nur Deine Nummer abarbeitest.

Ob Du wirklich Lust auf sie hast.

Oder hauptsächlich beweisen willst, was für ein toller Ficker Du bist.

Und genau da liegt oft der Unterschied.

Nicht in irgendeiner geheimen Technik.

Nicht in Zentimetern.

Nicht darin, ob Du 20 Minuten oder 40 Minuten kannst.

Sondern darin, ob sich Sex nach gemeinsamem Sex anfühlt.

Oder nach Deiner persönlichen Prüfung.

09

Also: Bist Du gut genug im Bett?

Keine Ahnung.

Die Frage ist wahrscheinlich schon falsch gestellt.

Denn Du bist nicht automatisch „gut im Bett“.

Oder „schlecht im Bett“.

Mit einer Person kann es unglaublich gut passen.

Mit einer anderen überhaupt nicht.

Manchmal stimmt die Chemie sofort.

Und dann passiert etwas ziemlich Schönes:

Du denkst irgendwann gar nicht mehr darüber nach, was als Nächstes kommen soll.

Eine Berührung ergibt die nächste. Du merkst, worauf sie reagiert.

Sie merkt, was Dir gefällt. Ihr greift ineinander.

Und plötzlich läuft es einfach. Fast wie ein Fluss.

Ohne Plan. Ohne ständiges Nachdenken.

Ohne diese verdammte innere Punktetafel.

Aber das muss nicht beim ersten Mal passieren.

Beim ersten Sex miteinander sind oft beide nervös.

Du kennst ihren Körper noch nicht.

Sie kennt Deinen nicht.

Ihr wisst noch nicht genau, was der andere mag.

Vielleicht seid ihr vorsichtiger.

Vielleicht denkt ihr beide ein bisschen zu viel nach.

Und das ist völlig normal.

Denn manchmal entsteht dieser Flow erst mit der Zeit.

Beim zweiten Mal. Beim dritten.

Oder irgendwann genau in dem Moment, in dem beide aufhören, alles richtig machen zu wollen.

Dann wird man lockerer. Man kennt die Reaktionen des anderen.

Man traut sich mehr. Man muss weniger erklären.

Und plötzlich passt etwas, das am Anfang noch ein bisschen holprig war, richtig gut zusammen.

Also hör auf, Sex wie eine Prüfung zu behandeln.

Und hab verdammt nochmal auch selbst Spaß.

Du musst nicht beim ersten Mal beweisen, wie gut Du im Bett bist.

Manchmal wird richtig guter Sex nämlich nicht abgeliefert.

Er entsteht.

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